Öffentliches, essbares Grün in Form von Gemeinschaftsgärten hat nicht nur positive Auswirkungen auf das Stadtklima. Vielmehr haben die Gärten das Potential, Anlaufstellen und Orte für Aktivitäten und Projekte verschiedener Quartierseinrichtungen zu sein. Als eine Art kleiner „Draußen-Stadtteilzentren“ bieten sie die Möglichkeit das Umweltbewusstsein der Beteiligten zu erhöhen, einen gesünderen und nachhaltigeren Konsum anzuregen und den sozialen Zusammenhalt im Veedel zu erhöhen.

Im Projekt „Essbares Wohnumfeld“ wird dieser Aspekt des gemeinschaftlichen Gärtnerns nun vertieft und damit die gesellschaftliche Bedeutung von essbarem, urbanem Grün hervorgehoben. Aufgrund positiver Erfahrungswerte aus bisherigen Kooperationen des Ernährungsrats mit Akteur:innen aus den Kölner Veedeln konnte wir nun ein eigens auf diese Zielgruppe zugeschnittenes Projekt entwickeln und durch die Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW fördern lassen.

Im Fokus des Projekts stehen zwei unterschiedliche Formen der Gemeinschaftsgärten: zum einen, wie der Projekttitel schon verrät, Nachbarschaftsgärten im Wohnumfeld von Kölner:innen mit schlechteren Teilhabechancen und zum anderen Firmengärten mit Unternehmen bzw. Arbeitgeber:innen. Profitieren von der Projektarbeit sollen die Nachbar:innen und Beschäftigten. Um nachhaltige Strukturen aufzubauen und bestehende Initiativen zu verstetigen, werden durch das Projekt jedoch in erster Linie Wohnungsbaugesellschaften, Sozialraumkoordinator:innen, Bürger:innenvereine und Unternehmensleitungen bzw. Personalverantwortliche adressiert.

Insgesamt soll das Projekt zu einem stärkeren sozialen Zusammenhalt in den Veedeln und Nachbarschaften Kölns beitragen und als gutes Beispiel zur Nachahmung in anderen Kommunen dienen.

Die Projektlaufzeit von August 2021 bis Juli 2023 ist in vier teilweise parallele Arbeitspakte gegliedert. Zunächst erfolgt die Gewinnung von Partner:innen sowie die gemeinsame Kriterien-Erstellung zur Realisierung der Gartenprojekte. Im zweiten Schritt werden für die Gärten partizipativ individuelle Gartenpläne erstellt. Darauf folgt natürlich die Umsetzung mit gärtnerischer und koordinativer Beratung in den neuen urbanen Gärten. Abschließend bietet die Erstellung eines Handbuchs für das gemeinschaftliche Gärtnern mit Wohnungsbaugesellschaften und Unternehmen die Möglichkeit zur Multiplikation der gewonnenen Erfahrungen.