Vom 17.04. bis zum 26.06.2021 fand in den leerstehenden Ehrenfelder Bahnbögen das CityLeaks Urban Art Festival statt und wir waren dabei!

Lösungsansätze für die Wassernutzung in der Stadt zu finden war bei der City Leaks Akademie unser Ziel. Da die Akademie des Urban Art Festivals City Leaks dieses Jahr aufgrund der Pandemie nicht öffentlich stattfinden konnte, haben wir uns in einer Kleingruppe zusammengefunden. Dabei haben wir vielfältige Perspektiven einfließen lassen; so Vertreter:innen des Festivals, der Essbaren Stadt, der Verwaltung und der Städtischen Entwässerungsbehörde, außerdem ein Zimmermann. Denn neben theoretischen Inhalten sollte es auch praktisch werden: wir hatten uns als Ziel gesetzt, ein Modell zur Regenernte zu planen und innerhalb der Workshoptage gemeinsam zu bauen.

Als Einstieg haben wir anhand verschiedener Inputs und Erfahrungsberichte aus den Initiativen der Essbaren Stadt Köln erarbeitet, wo bei ihnen die Problematik liegt. Auf der einen Seite besteht vor allem Wasserbedarf. Urbane Initiativen, private Gärten, öffentliche Grünflächen, Stadtbäume: sie alle brauchen Wasser und müssen gegossen werden – und das vorzugsweise nicht mit Trinkwasser, um diese Ressource zu schonen. Auf der anderen Seite gibt es stadtweit wenig Versickerungsfläche, die bei Starkregenereignissen das natürliche Abfließen (und Speichern) von Wasser durch den Boden zulässt. Das Regenwasser wird meist auf schnellstem Weg in die Kanalisation geleitet, wo es mit dem Abwasser zusammen zu Mischwasser wird. Dadurch gehen viele Liter dieser Ressource verloren – Wasser, mit dem wir unsere Stadt begrünen und unsere Pflanzen wachsen lassen könnten! Die Devise lautete also: so viel Wasser wie möglich sammeln, speichern und dann für gärtnerische Zwecke verwenden.

Im nächsten Schritt haben wir ein Modell gebaut, das leicht von Menschen und Initiativen ohne bauliche Vorerfahrung standortangepasst nachgeahmt werden kann. Die Entscheidung fiel auf ein „Schmetterlingsdach“, welches durch die Neigung über das Wellblech das Regenwasser in die mittig platzierte Regenrinne laufen lässt, von wo aus es weiter in einen Container fließt. Gemeinsam haben wir das Modell innerhalb eines Tages gebaut und das fast ausschließlich aus recyceltem Material! Das Regenerntesystem haben wir nach der Abschlusspräsentation des Festivals wieder abgebaut und jetzt wartet es darauf im Rahmen der Initiative Essbares Bocklemünd ein neues Zuhause zu finden.

Den inhaltlichen und praktischen Prozess haben wir dabei dokumentiert und in Form einer Broschüre zusammengeführt. Damit wollen wir alle Initiativen und Einzelpersonen anregen, ein ähnliches Modell nachzubauen, um stadtweit immer mehr Regen „zu ernten“.

Die Broschüre und eine Präsentation mit Vortrag findet Ihr in Kürze hier.