Das neue Jahr beginnt mit Kälte und Schnee und obwohl sich manche wohl längst nach wärmeren Tagen im Garten sehnen, sind die vorherrschenden Temperaturen kein Hindernis für die Ernte des ein oder anderen Wintergemüses.

Wenn Rosenkohl, Grünkohl, roter Zichoriensalat und Feldsalat rechtzeitig mit Tannenreisig oder Folientunneln abgedeckt wurden, kann selbst bei Schnee im Gemüsegarten geerntet werden. Schwarzwurzeln und Topinamburknollen können ausgegraben werden, wenn der Frost den Boden noch nicht erhärtet hat. Feldsalat reagiert mit unschönen Druckstellen, wenn er gefroren geerntet wird – lieber damit warten, bis ein paar Sonnenstrahlen die Blätter wieder aufgetaut haben. Porree sollte in einen geschützten Einschlag oder im Keller untergebracht werden, da er keinen strengen Frost verträgt. Falls sie Obst und Gemüse über den Winter im Keller lagern, sollten Sie es regelmäßig kontrollieren und gegebenenfalls aussortieren.

Der Kräutergarten hält niedrige Temperaturen gerne unter einem Mantel aus Tannenreisig aus. So geschützt können Petersilie, Löffelkraut und Winterportulak weiterhin geerntet werden. Auch Schalotten der Winterheckenzwiebel können geerntet werden bevor harter Frost auftritt. Bei milderen Tagestemperaturen kann ein Schnittlauchballen ausgegraben werden, der zunächst auf dem Beet liegen bleibt, um nachts noch einmal richtig durchgefroren zu werden. Erst dann kann er eingetopft und drinnen auf der Fensterbank angetrieben werden. Neben Schnittlauch können Ihre Zimmerkräuter um die Aussaat von Kresse und Kerbel ergänzt werden. Keimsprossen von Weizen und Linsen, Mungo- oder Sojabohnen haben eine warme Fensterbank ebenfalls gern.

Wenn es nicht mehr allzu kalt ist oder friert, kann auch im Januar mit dem Gehölzschnitt im Obstgarten begonnen werden. Die Bäume werden ausgelichtet und verjüngt – allerdings nur die älteren Bestände. Falls dabei größere Wunden am Baum entstehen, sollten diese mit Lehm verputzt werden. So können Infektionen vorgebeugt, dem Austrocknen entgegengewirkt und die Wundheilung begünstigt werden. Johannis- oder Stachelbeeren befreien sie am besten von ihren ältesten Trieben, damit sie im Frühjahr wieder genug Platz zum Austreiben haben.

 

Dieser Text ist angelehnt an „Der Bio-Garten“ von Marie-Luise Kreuter.