Juni ist der Monat des Sommeranfangs, der längsten Tage und der Gartenfreuden! Rosen, Iris und Nelken blühen, reife Erdbeeren können vernascht werden und auch im Gemüsebeet wird man für seine Mühen endlich belohnt.

Im Gemüsegarten können jetzt noch Gemüsesorten ausgesät werden, die im Herbst und Winter geerntet werden sollen. Dazu gehören späte Möhren, Buschbohnen, Winterlauch, späte Kohlrabisorten, Knollenfenchel, Radieschen, Rettiche und Pflücksalat. Für die Aussaat von Wintersalat, wie Radicchio, Zuckerhut und Endivie ist jetzt die perfekte Zeit.
Durch die Ernte frei gewordene Plätze oder Reihen können mit Rosenkohl-, Grünkohl- oder Selleriepflanzen aufgefüllt werden.

Im Juni ist schon einiges reif und kann direkt auf dem Teller oder im Kochtopf landen. Man kann sich über Salate, Kohlrabi, Radieschen, Rettich, Dicke Bohnen, Spitzkohl, frühen Blumenkohl und Wirsing freuen. Bis Ende Juni, traditionell bis zum Johannistag (24.Juni) können Spargel und Rhabarber geerntet werden. In Regionen mit mildem Klima sind auch die ersten Frühkartoffeln schon bereit für die Ernte. Wer an den Pflanzen Kartoffelkäfer entdeckt (gelb mit schwarzen Längsstreifen) muss sie samt Larven und Eiern absammeln.

Doch leider bringt der Juni nicht nur Erntefreuden sondern auch viel Unkraut mit sich. Dieses sollte möglichst früh entfernt werden um die jungen Gemüsepflanzen nicht zu erdrücken. Es kann gut als Mulch- oder Kompostmaterial genutzt werden. Außerdem sollten die Gemüsebeete weiterhin gepflegt werden, d.h. zu dicht stehende Pflanzen, wie Möhren, Schwarzwurzeln, Rote Beete oder Rettich werden herausgezupft und können z.T. schon in der Küche verwendet werden. Kartoffel-, Lauch-, Buschbohnen-, Kohl- und Erbsenpflanzen freuen sich über erneutes Anhäufeln.
Bei Tomatenpflanzen ist das regelmäßige „Ausgeizen“ notwendig, also das Entfernen der jungen Triebe, die in den Blattachseln wachsen. Diese Maßnahme fördert das Auslichten der Pflanze und so das Wachstum großer und ausgereifter Früchte. Der Boden im Gemüsebeet profitiert von Mulchdecken – so muss er seltener locker gehackt werden (v.a. nach starkem Regen). Wer im Mai Brennnessel-Jauche angesetzt hat, kann diese jetzt (verdünnt) an nährstoffbedürftige Pflanzen, wie Tomaten und Gurken verteilen.

Auch im Kräutergarten kann fröhlich geerntet werden, wie z.B. Schnittlauch, Borretsch, Dill, Petersilie, Kerbel, Kresse, Rucola, Pimpinelle, Sauerampfer, Zitronenmelisse oder Estragon. Wenn im Beet noch Platz ist, können hier auch schnell wachsende Pflanzen nachgesät werden. Dazu gehören Kerbel, Kresse, Dill, Rucola, Borretsch und Bohnenkraut. Wer für den Winter Kräuter trocken möchte, kann damit jetzt auch beginnen, dabei sollten Salbei, Thymian und Zitronenmelisse vor der Blüte geschnitten werden.

Im Obstgarten stehen vorallem die Erdbeeren im Fokus, die geerntet werden können aber auch gepflegt werden wollen. Wenn noch nicht geschehen, sollte Stroh im Beet verteilt werden, sodass die Früchte sauber und trocken bleiben. Beim Gießen muss darauf geachtet werden, die Blätter nicht nass werden zu lassen, sie können sonst schneller mit Pilzen befallen werden. Für die Vermehrung im Spätsommer ist es sinnvoll, besonders ertragreiche Pflanzen als „Mutterpflanze“ zu markieren. Junge Obstbäume und Weinreben bekommen im Juni den Sommerschnitt, der das Wachstum bremst und so zur Bildung neuer Fruchttriebe führt. Weiterhin ist es wichtig, auf gemulchte Baumscheiben zu achten, diese schützen den Boden vor Austrocknung.

Genießt die Sonne und die Zeit im Garten!

 

 

Dieser Text ist angelehnt an „Der Bio-Garten“ von Marie-Luise Kreuter.