Text: Helga Fitzner

Die eigentliche Hauptattraktion des Nachmittags waren zwei kleine Setzlinge von Apfelbäumen: der winterfeste Kulturapfel James Grieve und eine weitere alte Sorte, der rheinische Bohnapfel. Sie wurden am 30. März 2019 auf dem Kölner Rathenauplatz gepflanzt und waren der Anlass für einen kleinen Presserummel. Mildred Utku vom Ernährungsrat Köln, Hajra Spanke von der Bürgergemeinschaft Rathenauplatz BGR e. V. und Bezirksbürgermeister Andreas Hupke (Bündnis 90/Die Grünen) hatten zum Pressegespräch über die Pflanzaktion eingeladen. Diese spielt eine Vorreiterrolle und Mildred Utku sprach gar von einem Leuchtturmprojekt (siehe Interview mit ihr), denn der Essbare Rathenauplatz ist seit Herbst 2018 der erste legitimierte Essbare Platz in Köln. Im Aktionsplan streben die Bürger*innen 20 weitere Essbare Plätze in Köln bis 2025 an.

Der Naturschutzbund NABU hatte die Setzlinge gestiftet, die professionell von Patrick Grieve und Armin Thiesen mit adäquatem Equipment unter großen interessierten Augen der Nachbar*innen und Kinder eingepflanzt wurden. Das war ganz schön spannend! So eine große Winde um Löcher für die Pfähle rauszuheben… und nun haben sie eine wichtige symbolische Aufgabe zu erfüllen. Bürgermeister Hupke begrüßte mit einem Spruch, der Martin Luther zugeschrieben wird: „Und wüsste ich, dass morgen die Welt untergeht, so würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen“. Aus aktuellem Anlass hatte sich die Initiative Essbarer Rathenauplatz noch einmal beim Umweltamt rückversichert, dass an ihren Pflanzorten bedenkenlos gepflanzt werden kann. Im Vorfeld habe die Stadt Köln Bodenproben durchführen lassen, erklärte Hajra Spanke, die ergeben hätten, dass von den zu erwartenden Früchten der Beerensträucher und Apfelbäume keine Gefahr ausgehe.

„Außerdem haben wir auch die vom Thurner Hof gestifteten Vergissmeinnicht um die Beerensträucher, die sich über den Winter schon sehr gut entwickelt haben, gepflanzt, welche als Gründünger dienen. Auch die zweite Pflanzaktion ist sehr erfolgreich und mit großer Freude verlaufen!“ so Mildred Utku.